BITKOM-Branche geht optimistisch ins nächste Jahr

20.12.10

Die Stimmung in der Hightech-Branche ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der BITKOM-Index steigt im vierten Quartal 2010 auf 69 Punkte, den höchsten Wert seit Einführung des Stimmungsbarometers im Jahr 2001. Auch die Aussichten für das kommende Jahr sind positiv: 84 Prozent der Unternehmen auf dem deutschen ITK-Markt rechnen mit einem Umsatzplus, neun Prozent mit stabilem und nur sechs Prozent mit sinkendem Umsatz. "Die aktuellen Umfrageergebnisse signalisieren, dass 2011 ein gutes Jahr für die deutsche Hightech-Wirtschaft wird", sagte Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM. Sowohl die Nachfrage der gewerblichen Kunden als auch der Privatverbraucher werden im kommenden Jahr weiter anziehen. Optimistisch sind IT-Dienstleister, die im kommenden Jahr zu 90 Prozent steigende Umsätze erwarten. Besonders stark ist das Interesse am Thema Cloud Computing. "Cloud Computing wird in den nächsten Jahren erhebliche zusätzliche Investitionen anstoßen und die Etablierung ganz neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen mit sich bringen", sagt Scheer. Der BITKOM schätzt, dass der Markt für Cloud Computing von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 8,2 Milliarden Euro 2015 steigt. Allein 2011 wird der Zuwachs laut einer Studie der Experton Group 68 Prozent betragen. Aber auch im IT-Hardware-Segment rechnen die Firmen zu 80 Prozent mit höheren Umsätzen.

Zwei Drittel der Firmen wollen neue Stellen schaffen

Zwei Drittel der Hightech-Firmen wollen 2011 neue Stellen schaffen. Damit verstärkt sich auch der Fachkräftemangel wieder: Für jedes zweite Unternehmen ist der Mangel an hochqualifizierten Spezialisten das größte Wachstumshemmnis. Aktuell gibt es rund 28000 offene Stellen für IT-Experten in der deutschen Wirtschaft. "Eine geregelte Zuwanderung von Spitzenkräften könnte hier Abhilfe schaffen.", fordert Scheer. Im Juni 2010 bemängelte noch etwa jedes vierte Unternehmen eine schwache Binnen- oder Exportnachfrage sowie ungünstige Finanzierungsbedingungen. "Diese Faktoren werden ein halbes Jahr später deutlich besser bewertet", so Scheer. Politisch sieht Scheer das Jahr 2011 als Jahr der Richtungsentscheidungen: "In den kommenden zwölf Monaten erwarten wir Weichenstellungen in der Netzpolitik." Ein Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums zum Datenschutz soll die so genannte "Rote Linie" festschreiben. Diskutiert werden muss eine Novellierung des Staatsvertrags zum Jugendmedienschutz, der jüngst gescheitert ist, zudem IT-Sicherheit, der "Dritte Korb" der Urheberrechtsgesetzesnovelle und Geodatendienste Außerdem müssten die "Intelligenten Infrastrukturen" wie das Breitband der neuen Stromnetze (Smart Grids), elektronische Systeme zur Verkehrslenkung sowie den Ausbau digitaler Strukturen in der öffentlichen Verwaltung, im Bildungswesen und im Gesundheitssystem.


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