De-Mail: Bundestag macht Weg für sicheren E-Mail-Verkehr frei

Mit der Abstimmung über das De-Mail-Gesetz hat der Deutsche Bundestag den Weg für die Einführung des rechtsverbindlichen E-Mail-Verkehrs frei gemacht. "Gegenüber der bisherigen E-Mail bedeutet De-Mail einen Quantensprung in puncto Sicherheit", sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. "De-Mail macht Deutschland weltweit zum Vorreiter beim sicheren E-Mail-Verkehr." Das Gesetz wird wahrscheinlich schon in den nächsten Wochen in Kraft treten. Der Dienst bietet ein zuverlässiges Verfahren für die elektronische Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und Behörden. Er ermöglicht eine beweiskräftige Versand- und Zustellbestätigung. Die elektronische Form des Einschreibens ist bei Terminsachen hilfreich, Briefsendungen oder persönliche Amtsbesuche können so durch E-Mails ersetzt werden.
Rechtsverbindliche Briefsendungen künftig per E-Mail möglich
"Die De-Mail wird auch E-Government ein großes Stück nach vorne bringen", sagte Scheer. Durch wegfallende Porto-, Druck- und Verpackungskosten können dem Bundesinnenministerium zufolge pro Jahr im öffentlichen und privaten Bereich Kosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro vermieden werden. De-Mail darf nur von Providern betrieben werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und akkreditiert wurden. Außerdem überprüft das BSI stets die Sicherheit der eingesetzten Produkte sowie die Zuverlässigkeit der Organisation und der Prozesse bei den Providern. De-Mail sieht eine standardmäßige Transportverschlüsselung und eine Ende-zu Ende-Verschlüsselung als Option vor. Laut BITKOM wäre es nicht sinnvoll, das hohe Sicherheitsniveau der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwangsweise einzusetzen, meist reiche die Transportverschlüsselung aus. Für vertrauliche Mailkorrespondenz kann zusätzlich eine Software zur hochsicheren Ende-zu Ende-Verschlüsselung eingesetzt werden. Scheer: "Für die meisten Mails wäre eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überdimensioniert." Heute werden lediglich fünf Prozent der Mails verschlüsselt versendet.
Spam und Phishing-Mails werden deutlich eingedämmt
Beim De-Mail-Verfahren werden Nachrichten aus technischen Gründen auf einem hochsicheren Server innerhalb des Bruchteils einer Sekunde ent- und wieder verschlüsselt. Dieses Verfahren wurde vom BSI geprüft und nach höchsten internationalen Sicherheitsstandards bestätigt. Umgekehrt erhöht De-Mail die Sicherheit von Mails dadurch, dass bei einer De-Mail der Absender eindeutig identifiziert werden kann. Da sich der Inhaber eines De-Mail-Kontos bei der Eröffnung mit dem neuen Personalausweis oder über das PostIdent-Verfahren ausweisen muss, kann der Versender einer De-Mail eindeutig festgestellt werden. Das Spam-Aufkommen lässt sich so eindämmen und die gefährlichen Phishing- und Trojaner-Attacken, die auf die Anonymität der E-Mail setzen, werden erschwert.
Zurück
