BITKOM: "Gesetz zu Street View ist Aktionismus"

Nicht alle preisen Google Street View als Fortschritt, bei dem Deutschland nicht fehlen darf - doch Hilfe bietet die praktische Straßenansicht tatsächlich: Sucht manz. B. eine Wohnung in einer fremden Stadt oder gar in einem fremden Land, kann man vorab gucken, worauf man sich möglicherweise am Telefon einlässt. Oft lohnt sich dann das Vorbeifahren schon gar nicht mehr. Oder man fragt kurzerhand sein Handy nach dem Weg, wenn man sich mal verlaufen hat. Das alles - und noch viel mehr - geht mit Google Street View.
Goggle Street View als Teufelswerk...
Doch es gibt auch die andere Seite - die Schar derjenigen, für die Googles Technikwunderwerk ein Teufelswerk ist, die Haus und Hof um jeden Preis unkenntlich machen wollen. Jetzt hat sich der Hightech-Verband BITKOM zu Wort gemeldet. Man kritisiert ein geplantes Gesetz gegen Online-Bilderdienste wie Google Street View als politischen Aktionismus. So sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer: "Es ist völlig offen, was mit diesem Gesetz überhaupt erreicht werden soll. Google macht jetzt schon Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich, auf Antrag auch ganze Häuser." Ein Widerspruch gegen die Veröffentlichung ist dauerhaft möglich. Scheer begrüßt die intensive Debatte zur Privatsphäre im Internet. "Deutschland kann aber nicht jedes Mal, wenn ein neuer Internet-Dienst an den Start geht, ein neues Gesetz erlassen. Wir brauchen eine strategische Netzpolitik statt symbolischer Einzelaktionen."
Gesetzentwurf will, dass Bürger bei Fotos von Straßen gefragt werden
Nach einem Gesetzentwurf des Bundesrates sollen systematische Abbildungen von Straßen nur noch gestattet sein, wenn vorher die Öffentlichkeit und die Behörden informiert werden - eine Forderung, die von den Unternehmen heute bereits erfüllt wird. Staatliche Stellen verfügen demgegenüber über systematische Bilddateien und Daten der Geodäsie, die deutlich mehr Details erfassen als viele Google-Dienste - ohne dass die Bevölkerung darüber informiert wird oder Widerspruchsmöglichkeiten hat.
Google will Bilder von 20 deutschen Städten ins Netz stellen
Google fotografiert mit Kamerawagen die Straßen und will noch in diesem Jahr Panorama-Bilder der 20 größten deutschen Städte im Web zeigen. In anderen Ländern ist der Dienst bereits verfügbar, etwa den USA, Frankreich, Italien, Spanien, Australien, Neuseeland und Japan. Street View ist ein Zusatzdienst zu Googles Kartendienst "Google Maps". Scheer betont, die Entscheidung der Bürger sei zu respektieren, wenn sie ihre Häuser oder Wohnungen in dem Panorama-Bilderdienst nicht veröffentlicht haben wollten. Gleichzeitig kritisiert er die Aufrufe einzelner Politiker als Panikmache.
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