BITKOM begrüßt Initiative zur Cyber-Sicherheit

23.02.11

Die meisten Internet-Nutzer fordern eine stärkere Vorbeugung und Verfolgung von Straftaten im Web. 78 Prozent aller User wünschen sich im Internet vom Staat mehr Schutz, insbesondere gegen Terror und Straftaten. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. "70 Prozent aller Deutschen nutzen das Internet, viele mussten bereits Erfahrungen mit Internet-Kriminalität machen", so Prof. Dieter Kempf vom BITKOM-Präsidium beim Vorstellen der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland. Die Wirtschaft ist ähnlich betroffen: Mehr als die Hälfte aller Unternehmen, die 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalität wurden, verzeichneten Schäden durch ITK-Kriminalität. 2006 lag der Wert noch bei 23 Prozent. Der durchschnittliche Schaden lag bei 300000 Euro. Das ergibt eine Studie von KPMG.

Fast 80 Prozent der Nutzer fordern mehr staatlichen Schutz im Web

Die Bundesregierung will mit ihrer Strategie IT-Systeme und kritische Infrastrukturen künftig besser schützen. Dafür wird sie unter anderem ein Nationales Cyber-Abwehrzentrum aufbauen und einen Nationalen Cyber-Sicherheitsrat einrichten. "Wir begrüßen sehr, dass sich die Bundesregierung dem Kampf gegen Cyberkriminalität so stark annimmt", sagte Kempf. Vorbildlich sei die enge Zusammenarbeit der Ministerien. Kempf begrüßte die Einbindung der Wirtschaft. "Rund drei Viertel der Kritischen Infrastrukturen sind in privater Hand. Infrastrukturen lassen sich nur in enger Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft wirksam schützen", so Kempf.

Neue Angriffspunkte durch Vernetzung von Maschinen und Anlagen

Die Problematik um den Trojaner StuxNet zeigt, wie sicherheitskritisch IT-Infrastrukturen für Wirtschaft und Staat sind. StuxNet war vermutlich zum Angriff auf Industrieanlagen entwickelt worden und hatte Steuersysteme ausgewählter Maschinen zum Ziel. Moderne Maschinen und Anlagen kommen ohne vernetzte Sensoren und Steuerkomponenten nicht mehr aus. "Aufgrund der zunehmenden Vernetzung von Maschinen, teilweise über das Internet, entstehen neue Angriffspunkte bei den Produzenten und Betreibern großer Maschinen und Anlagen", sagte Kempf. Mit dem neuen Internet-Protokoll IPv6 kann jedes Auto, jedes Elektrogerät im Haushalt und jede Maschine eine eigene, feste Internet-Adresse haben. Kempf: "So wichtig die Vernetzung für den Fortschritt, eine effiziente Produktion und die Umwelt ist, so eröffnet sie in exponenziellem Maße neue Angriffsflächen für Terrorismus, Spionage und herkömmliche Kriminalität." Aus BITKOM-Sicht gehört ins Zentrum der Cyber-Sicherheitsstrategie die Förderung einer leistungsfähigen IT-Sicherheitsindustrie in Deutschland. Für die künftige Sicherheit Deutschlands hätten die Anbieter von IT-Sicherheitstechnologien und die Hersteller traditioneller Militärtechnik und Sicherheitssysteme eine hohe Bedeutung.


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